Höhlenretter üben im Bielatal

Nationale Rettungsübung des HRVD 2018 im Bielatal Foto (c)by Julius Zimmermann

Im Bielatal in der Sächsischen Schweiz übten die Höhlenrettungsgruppen Deutschlands an diesem Wochenende für den Ernstfall: Eine junge Höhlenforscherin war bis in die hinteren Teile der Wohlrabhöhle geklettert, konnte dann aber den Aufstieg aus eigener Kraft nicht bewältigen. Bei ihren Versuchen, den 25 cm schmalen Kamin hinaufzuklettern verletzte sie sich an der Hand und musste schließlich entkräftet aufgeben. Außerdem wurde ein junger Mann vermisst, der am Vortag eine Höhlentour durchs Bielatal unternommen hatte, aber bis zum nächsten Morgen nicht wieder in seiner Pension aufgetaucht war.

Zu Hilfe kamen insgesamt 32 Höhlenretter aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen. Zunächst galt es die Vermissten zu finden. Bei den über 30 Höhlen im Bielatal war das keine leichte Aufgabe. Schließlich sind die meisten Höhleneingänge nur kleine Spalten im Fels.

Nationale Rettungsübung des HRVD 2018 im Bielatal Foto (c)by Julius Zimmermann

Zur Koordinierung des Großeinsatzes wurde eine mobile Einsatzleitung eingerichtet und die Höhlenretter in Suchtrupps organisiert.
Bereits nach kurzer Zeit wurden die Höhlenforscherin und ihr Begleiter in der Wohlrabhöhle entdeckt. Auch der zweite Vermisste wurde wenig später in der Tiefen Höhle gefunden. Er hatte sich bei einem Absturz in den „Buchraum“ schwer verletzt. Die Enge der Höhle und die Schwere der Verletzungen erforderten den Einsatz von Spezialtragen. An den besonders verwinkelten Engstellen kam das KED Rettungskorsett zum Einsatz. Der Patient musste in den Schächten mit Hilfe von Flaschenzügen in senkrechter Lage heraufgezogen werden. Als Verankerung dienten dabei die, extra für den Einsatz im Sandstein modifizierten, Schwerlast-Spreizanker der Höhlenrettung Sachsen. Nach insgesamt 5 Stunden konnte der Patient die Höhle verlassen.

Auch die Rettung aus der Wohlrabhöhle erforderte den vollen Einsatz der Retter. Die Herausforderung:

Nationale Rettungsübung des HRVD 2018 im Bielatal Foto (c)by Julius Zimmermann

Nur besonders schlanke Höhlenretter konnten die Patientin erreichen. Der Einsatz von Trage, Gurten und Sicherungsmaterial ist in den tiefen Teilen der Höhle aufgrund der Enge nicht möglich. Mit großem körperlichem Einsatz halfen die Retter der Höhlenforscherin durch den engen Kamin nach oben. Trotz verletzter Hand konnte sie bei ihrer Rettung noch aktiv mithelfen und zumindest die Gehstrecken selbstständig zu Fuß zurücklegen. Dennoch war an den zahlreichen leichten Kletterstellen noch einmal der Einsatz von Seil und Flaschenzug nötig. Während die Patientin noch in der Höhle medizinisch versorgt wurde, bauten die Höhlenretter am Einstiegsschacht bereits ein Zugsystem auf. Mit der Gegengewicht-Methode wurde die Patientin schließlich im 30m-Schacht nach oben gezogen und konnte die Höhle 8 Stunden nach der Alarmierung der Rettungskräfte verlassen.

Weil das gemeinsame Üben der Retter aus ganz Deutschland und der daraus resultierende Erfahrungsaustauschsehr wichtig und wertvoll sind, haben sich die Höhlenrettungsgruppen im Höhlenrettungsverbund Deutschland (HRVD) zusammengeschlossen. Nationale Großübungen wie diese finden im Rhythmus von zwei Jahren an jeweils unterschiedlichen Übungsorten statt. Höhlenrettungseinsätze erfordern häufig großen materiellen und personellen Aufwand, weshalb die einzelnen Gruppen im Fall einer überregionalen Alarmierung gut zusammenarbeiten müssen.

Die Höhlenrettung Sachsen konnte die Übung in „ihrem“ Einsatzgebiet als Erfolg verbuchen. Die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen funktionierte reibungslos. Etwas mehr „Man-Power“ hätte man sich an der einen oder anderen Stelle gewünscht. Letztendlich war eine Erkenntnis der Übung, dass auch die sächsischen „Kleinhöhlen“ den erfahrenen Höhlenretter an körperliche Grenzen bringen können. Geschafft aber glücklich konnten alle Retter und „Patienten“ am Abend die Höhlen verlassen und den Tag beim gemeinsamen Grillen ausklingen lassen.

Ein großes Dankeschön geht an die Höhlenrettung Sachsen als Organisatoren der Übung, an alle Helfer und Mimen, den Landesverband der Bergwacht Sachsen für logistische und finanzielle Unterstützung, an den HRVD und den SBB, sowie an den DRK-Kreisverband Sebnitz und Lichtenauer Mineralquellen für finanzielle und materielle Unterstützung.

 

Nationale Rettungsübung des HRVD 2018 im Bielatal Foto (c)by Julius Zimmermann

Erfolgreicher Abschluss

Drei Höhlenretter der Höhlenrettung Nordrhein-Westfalen aus Hemer und ein Kollege der Höhlenrettung Thüringen aus Nordhausen legten diesen Sonntag (10. Juni 2018) erfolgreich Ihre Prüfung zum Höhlenretter nach HRVD ab. In zwei Kursteilen hatten Sie zuvor Ihre Basisausbildung zum Höhlenretter bei Funis erhalten.

Prüfer Zagler – Prüflinge Hoy, Wirth, Brendt, Wegen – Prüfer Grün vorne: Prüfungsleitung Bräunig

Ohne eine einzigen Patzer konnten alle Prüflinge durch ihre Leistung überzeugen. Aus Hessen und Südbayern waren Prüfer angereist, da beide Gruppen noch nicht über eigene Prüfer verfügen.

Wir freuen uns über weitere vier geprüfte Höhlenretter in Deutschland!

Rettungseinsatz Gustav-Jakobs-Höhle (Grabenstetten, Baden-Württemberg)

Am 26.09.17 gegen 15:30 alarmierte die Rettungsleitstelle Esslingen die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. wegen einem festsitzenden Jugendlichen in der Gustav-Jakobs Höhle bei Grabenstetten.
Eine Schulklasse war von Lehrern durch die Höhle geführt worden, vor dem engen Ausgang blieb ein korpulenter Schüler stecken.
Die ersten beiden am Unfallort eintreffenden Höhlenretter konnten den im Schluf festklemmenden Jugendlichen zusammen mit Mitgliedern der Bergwacht befreien. Als weitere Verstärkung der Höhlenrettung eintraf, wurde der Gerettete in der Trage bereits von der Bergwacht den Steilhang heraufgezogen. Die auf der Anfahrt befindlichen Kräfte konnten kurz nach 17 Uhr die Anfahrt stoppen.
Auf der Abschlussbesprechung wurde die gute Zusammenarbeit von Bergwacht, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Höhlenrettung sehr gelobt!Vielen Dank an die Helfer, die in der Höhle im Einsatz, an der Oberfläche, auf der Anfahrt oder Zuhause in Bereitschaft/am Telefon waren!
Dank auch an die Feuerwehr Reutlingen für den Transport des Rettungsmaterials.Matthias Leyk, Einsatzleiter

Jahrestreffen des HRVD

Vergangenen Samstag waren wieder einmal Vertreter der deutschen Höhlenrettungsgruppen aus ganz Deutschland nach Oberfranken gereist. Der Rettungsreferent führte durch eine volle Angenda.

Zu Anfang berichteten die Anwesenden gegenseitig über Ereignisse und Entwicklungen des vergangenen Jahres. Dabei gab es erfreulicherweise nur von einem Einsatz zur Menschenrettung aus einer deutschen Höhle zu berichten. Ausbildungen, Rettungsübungen und viel Hintergrundarbeit hielten die Teams einsatzklar.

Fachlicher Austausch

Neu im Kreis konnten wir die Fachgruppe Höhlenrettung der Freiwilligen Feuerwehr Breitscheid (Lahn-Dill-Kreis, Hessen) begrüßen.

Die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in ECRA und bei der FSE wurde ausführlich besprochen, wie auch Themen rund um Alarmierung, Ausbildung und Weiterentwicklung der medizinischen Standards für die Höhlenrettung.

Erfreulicherweise konnte die Entwicklung eines neuen Standards für die Telefonie bei Höhlenrettungseinsätzen nach zwei Jahren abgeschlossen werden. In Bälde steht allen mitarbeitenden Organisationen dann einen entsprechende Dokumentation zur Verfügung.

Björn Wegen, Uwe Drewianka und Nils Bräunig stehen auch weiterhin auf einstimmigen Wunsch der HRVD-Gruppe als Sprecherkreis für Anfragen und die interne Organisation des HRVD zur Verfügung.

In 2017 wird es mehrere Prüfungen zum Höhlenretter nach HRVD geben.

Die nationale Rettungsübung 2018 wird voraussichtlich in Sachsen stattfinden.

Neues Anschlussystem für die Höhlentelefone

Familien wegen Hochwasser im Lamprechtsofen eingeschlossen

Am Freitag 05.08.2016 wurde die Höhlenrettungsgruppe der Bergwacht im Chiemgau per SMS durch den Salzburger Höhlenrettungsdienst über den Notfall in der beliebten Schauhöhle „Lamprechtsofen“ informiert. Die Höhle befindet sich im Pinzgauer Ferienort Weißbach bei Lofer in Österreich. Nach der Abklärung durch den Einsatzleiter der bayerischen Höhlenretter wurden die Einsatzkräfte um 15.52 Uhr durch die ILS Traunstein alarmiert.
Die Ausgangslage stellte sich als sehr ernst dar und schnelles Eingreifen war zwingend erforderlich. Familien aus Deutschland und den Niederlanden, mindestens 7 Personen, darunter zwei kleine Kinder sind vom Wasser eingeschlossen und es besteht möglicherweise Lebensgefahr. Zudem besteht derzeit keine
Verbindung zu den Eingeschlossenen, woraus geschlossen wurde, dass diese im vorderen Teil der Schauhöhle sein müssen. Dies ist auch der Teil der Höhle, der regelmäßig überschwemmt und damit verschlossen wird. Die Besucher werden zwar von einem Warnsystem rechtzeitig informiert, aber es gibt wohl Wetterlagen, die ein extrem schnelles Ansteigen des Pegels zur Folge haben und eine Warnung nicht mehr schnell genug möglich ist.
Vor Ort wird klar, dass die Lage wirklich Ernst ist, da ein ca. 8-jähriger Junge aus der Höhle gespült wurde und dies unverletzt überlebt hat. Es musste davon ausgegangen werden, dass die Personen in der Höhle zumindest von Unterkühlung bedroht sind und möglicherweise bei den Familienmitgliedern in der Höhle Panik bezüglich der Situation mit dem weggerissenen Jungen bestand.
Die Chiemgauer Höhlenrettungsgruppe rückte mit vier Fahrzeugen und dem Höhlenrettungsanhänger sowie insgesamt zehn Mann aus den Bergwachbereitschaften Freilassing (5), Bergen (1), Berchtesgaden (2) und Marquartstein (2) an. Weitere Höhlenretter in Rosenheim, Salzburg und Oberösterreich wurden über den laufenden Einsatz informiert.
Nach zum Teil mehr als 45 km Anreiseweg steigt um 17.15 Uhr die erste Einsatzgruppe mit 5 Mann und entsprechender technischer Ausrüstung, medizinischem Material und Wärmeversorgung ein. Ein zweites fünfköpfiges Team folgt 15 Minuten später. In der Folge werden die Patienten auf der Gangstrecke zwischen 100 bis 300m in zwei Gruppen nacheinander gefunden. Mehrfach wird mit den Angehörigen außerhalb abgeklärt, wer noch fehlt. Letztendlich können alle Personen zugeordnet werden und es fehlt offensichtlich niemand mehr. Um 18.10 Uhr geht nochmals ein Suchtrupp los, um alles bis in die hintersten Teile der Schauhöhle zur Sicherheit nochmals abzusuchen. Die Retter bauten in der Höhle ein Wärmezelt aus Rettungsdecken auf, packten die Personen in Wärmedecken und Westen und bekleideten einige mit Neoprenanzügen für den Ausstieg aus der Höhle. Warme Getränke und Verpflegung wurde ebenfalls angeboten
Ab 18.20 Uhr wurden die Patienten – zuerst die beiden kleinen Kinder – einzeln durch das Wasser aus der Höhle geborgen. Die Entscheidung, nicht auf einen kompletten Rückgang des Wassers zu warten, wurde von der österreichisch-bayerischen Einsatzleitung getroffen, nachdem klar war, dass die Patienten alle nass und zum Teil schon richtig im Wasser gestanden waren. Zudem fiel der Wasserpegel nicht weiter, sondern stieg vielmehr erneut wieder an.
Schwierig waren die Treppenpassagen wegen des Wasserdrucks. Hier mussten Sicherungen gebaut und die Patienten wurden mit einem Seil abgelassen werden. Vor der Höhle wurden die Familien vom Roten Kreuz versorgt und umfassend betreut. Um 19.15 Uhr waren alle Patienten aus der Höhle geborgen. Die letzten Retter waren um 19.29 Uhr nach Abbau der Sicherung und Rücktransports des Materials über Tage.

Nationale Untertagerettungsübung

Am Sonnabend den 18. Juni 2016 fand die nationale HRVD Übung in Sankt Andreasberg in der Grube Wennsglückt statt.
Bergwacht- und Höhlenrettungsorganisationen aus ganz Deutschland übten in der Grube Roter Bär in Sankt Andreasberg.
An der Übung beteiligt waren insgesamt 50 Höhlen- und Untertageretter (URST, HRZ, HRH, HRX, HRS, HRBW, HRG), sowie Mittarbeiter des Lehrbergwerk Grube Roter Bär, die die Übung mit Fach- und Ortskundigem Personal unterstützen. Begleitet wurde die Übung in der Einsatzleitung durch den Kreisbrandmeister des Landkreises Goslar. Der Kreisbrandmeister Uwe Fricke ist Mitglied ArGe für Karstkunde Harz e. V. (HRZ) und war somit in Personalunion als Höhlenetter und in offizieller Funktion als KBM vor Ort.
Als Übungsszenario wurde ein Unfall in der Grube angenommen. Zwei Arbeiter wurden dabei als vermisst gemeldet. Der Unfall sollte sich übungsgemäß um 08:30 Uhr in einem nicht näher bezeichneten Grubenbereich befinden. Zwei in Frage kommende Arbeitsplätze mussten daher parallel abgesuchtwerden. Der eigentliche Übungsverletzte befand sich in gut 100m Teufe in einem Baustellenbereich am Schachtkopf des Absinken 5 und konnte nur durch 4 Schächte erreicht werden.
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Um 9:00 Uhr wurde die Einsatzleitung durch den Betriebsführer der Grube über den Unfall Informiert. Anschließend wurden die Einsatzkräfte Gruppenweise aus dem Bereitstellungsraum, an der Unterkunft in einer Sporthalle abgerufen und auf den Zechenplatz der Grube verlegt.
Im Gebäude vor dem Grubeneingang wurde die Einsatzleitung eingerichtet. Während zwei Suchtrupps gegen 10 Uhr in die Grube einfuhren, wurde von weiteren Trupps eine Kommunikation mittels Heulruftelefonen und eine DSL-Verbindung über Feldkabel nach Untertage aufgebaut..
Der Suchtrupp 1, der von der Einsatzleitung Richtung Tagesstollenfeldort entsendet wurde, hat durch die Übungsleitung (heimlich) den Auftrag bekommen sich „häuslich“ einzurichten und abzuwarten, wann die Einsatzleitung das Fehlen eines Trupps bemerkt. Als Szenario war hier der Eigenunfall eines Retters geplant, der je nach verfügbarem Personal zu einem Tragentransport durch ein anspruchsvolle Engstelle ausgeweitet werden könnte. Erfreulicherweise hat die Einsatzleitung den fehlenden Trupp schnell bemerkt und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der Trupp wurde daraufhin durch einen weiteren Trupp gesucht und mit einer Köchelverletzung eines Retters gegen 13:10 Uhr aufgefunden. Da mittlerweile alle Übungsteilnehmer einen Aufgabe hatten, viel der mögliche Tragentransport aus dem Feldort allerdings aus und der verletze Höhlenretter konnte mit Unterstützung selber ausfahren.
Gegen 13:25 Uhr wurde der als verletz gemeldete Arbeiter mit einer Oberschenkelverletzung vom Suchtrupp in einer Tiefe von ca. 111 m unter Rasenhängebank, auf Höhe des Grünhirschler Stollens gefunden.
Nach einer Erstversorgung des Verletzten wurde die Rettung mittels untertagetauglicher Rettungstragen organisiert und ein Notarzt seilte sich zum Patienten ab. Mit Hilfe der aufgebauten DSL Verbindung war es möglich, Lifevideos per Skype von der Erstversorgung und dem Verletzungsbild sowie dem Patiententransport in die Einsatzleitung zu übertragen.
Nach dem Ausbau aller Schächte konnte um 15:40 Uhr damit begonnen werden den Patienten zu transportieren. Gegen 16:00 Uhr begann der vertikale Patiententransport im Schacht (Absinken 4). Um 16:50 Uhr meldeten die untertägig eingesetzten Rettungskräfte, dass der Patient im Schacht 2 (Absinken 2) aufgeseilt wird.
Gegen 17:30 Uhr erreichte der Patient den Schacht 1 (Absinken 1). Um 17:42 Uhr ist es geschafft, der Patient hat das Mundloch und das Tageslicht nach 9,5 Stunden Rettungszeit wohlbehalten wieder erreicht.
Gegen19:30 Uhr war die Übung beendet.
Ein Herzlicher Dank geht an die zum Teil von weither angereisten Höhlenrettungen, sowie das Team vom Lehrbergwerk Grube Roter Bär. Ohne die Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen Helfer, wäre die Übung in dieser Form nicht möglich gewesen.
Ein besonderer Dank geht an die Harzenergie, die Harzwasserwerke und den Förderverein Grube Roter Bär, die die Übung finanziell Unterstütz haben.

14.06.2015 Einsatz Falkensteiner Höhle

An diesem Sonntag wurde die Malteser Höhlenrettung über die Höhlenrettung Baden-Württemberg zu einem Einsatz in der Falkensteiner Höhle gerufen. Dort war ein 60-jähriger Mann bei einer geführten Höhlentour ausgerutscht und hatte sich dabei den Arm gebrochen. Aber er hatte Glück im Unglück. Zum gleichen Zeitpunkt waren Höhlenretter der Höhlenrettung Baden-Württemberg zu einem Rettungstraining in der Höhle unterwegs und stolperten auf ihrem Rückweg zum Ausgang buchstäblich über den Patieten und so ging das Rettungstraining gleich in einen Rettungseinsatz über.

Die starken Schmerzen machten es dem Verunfallten unmöglich, die vor ihm liegende, enge Kletterpassage zur Reutlinger Halle selbstständig zu überwinden. Warm eingepackt in einem Wärmezelt überbrückten die Höhlenretter die Zeit bis zum Eintreffen eines Arztes. Nachdem dieser eine Schmerzbehandlung durchgeführt hatte, konnte der Patient mit Hilfe einer Trage über ein Flaschenzugsystem in die Reutlinger Halle gebracht werden. Eine weitere Herausforderung stellte der 1. Siphon dar, ein Höhlenabschnitt der auf wenigen Metern ganzjährig bis auf einen kleinen Luftspalt mit Wasser gefüllt ist. Mit einem Tauchgerät ausgestattet und unter Begleitung von Tauchern wurde der Verletzte mit der Trage durch den Siphon gezogen. Auch dies funktionierte problemlos und nach weiteren 400 m unwegsamer Gangstrecke konnte der Patient kurz vor Mitternacht am Höhlenportal der Falkensteiner Höhle der Bergwacht übergeben werden.

Beteiligt waren rund 33 Höhlenretter aus den Reihen der Malteser Höhlenrettung und der Höhlenrettung Baden-Württemberg die bei solchen Einsätzen Hand-in-Hand zusammenarbeiten. Der Dank gilt auch den vielen Helfern von Polizei, Roten Kreuz, Bergwacht und Feuerwehr, die alle zu der erfolgreichen Rettungsaktion beigetragen haben.

Foto: Huber

Adventhöhle im Müllnerhörndl

Die Chiemgauer Höhlenretter wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr… und, wie schon Karl Valentin sagte: „Nach der staadn Zeit werd´s wieda ruhiger.“

Passend dazu ein Filmchen aus der Adventhöhle von unserem Fotografen Markus Leitner, der uns immer wieder mal begleitet und dann auch tolle Bilder liefert. Eine Weihnachtshöhle suchen wir noch?!