Workshop gibt Einblicke in die großen Einsätze der letzten beiden Jahre

Zwölf Vertreter aus drei Bundesländern – Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern – trafen sich zum Workshop des Höhlenrettungsverbund Deutschland (HRVD) vom 9. bis 11. Oktober 2015 in Gelbsreuth in der Fränkischen Schweiz. Das Treffen stand ganz im Zeichen der Nachbetrachtung und Auswertung der gemeinsamen großen Einsatzübungen und der zum Teil sehr aufwändigen Einsätze der vergangenen beiden Jahre.

Freitagabend und Samstagvormittag standen Vorträge der Höhlenretter aus Südbayern über den Rettungseinsatz im Riesending im Mittelpunkt. Die jeweils folgende Diskussion zeigte auf, dass trotz der medialen Informationsvielfalt einige Details unbekannt waren oder auch falsche Informationen vorlagen.

Am Samstag hatten die Vertreter der Höhlenrettungsgruppen dann Gelegenheit, verschiedene Fragestellungen zu erörtern und die Erfahrungen aus Übungen und Einsätzen der eigenen Gruppe darzustellen. Der Rückblick sollte dabei die letzten zehn Jahre umfassen, in denen im zweijährigen Turnus ab 2005 auch fünf umfangreiche nationale Rettungsübungen durchgeführt wurden: in einer Höhle bei Steinamwasser in Nordbayern, in der Falkensteiner Höhle bei Bad Urach in Baden-Württemberg, in der Schwarzen Crux bei Suhl in Thüringen, in der Schwinde C bei Breitscheid in Hessen und zuletzt in der Großen Spielberghöhle am Samerberg in Südbayern.

Gerade anhand der Rückmeldungen aus den Einsätzen zeigte sich, dass sowohl die Ausbildung – technisch und medizinisch – als auch die Ausrüstung stetig weiterentwickelt werden muss. Von den Einsätzen in der Falkensteiner Höhle berichteten die Malteser Höhlenrettung und die Höhlenrettung Baden-Württemberg, vom Rettungseinsatz in der Jack-Daniels-Höhle die südbayerische Höhlenrettung.

Die nationalen Übungen wurden in der Intensität deutlich gesteigert bis hin zum mehrtägigen Rettungsablauf mit komplexen Aufgabenstellungen insbesondere für die Einsatzleitung. Bei Übungen lassen sich Mängel beheben oder notfalls auch ausblenden, bei Einsätzen geht das nicht.

So braucht zum Beispiel die Rettungstrage der bayerischen Höhlenretter dringende Verbesserungen wie durchgehend Trageschlaufen rund um die gesamte Trage, eine verbesserte Aufhängung und robustes Material mit entsprechender guter Verarbeitung. Wichtiges Thema war auch immer wieder die Kommunikation innerhalb der Höhle, die mit Telefonleitungen oder Langwellenfunk betrieben wird. Insbesondere das System Cavelink wurde beschafft und die notwendige Ausbildung damit intensiviert.

Besonders markant haben sich für die bayerischen Höhlenretter die Rahmenbedingungen für die ehrenamtliche Arbeit verändert. Seit 2009 ist die Berg- und Höhlenrettung Aufgabe der Bergwacht Bayern, was zwar den finanziellen und einsatztaktischen Rahmen enorm verbessert, aber die Zusammenarbeit mit den Höhlenforschervereinen für Übungen und Einsätze erschwert. Hier wird man aktiv an einer zukunftsfähigen Lösung arbeiten müssen.

Die Untertagerettung der Bergwacht Harz berichtet, dass durch den diesjährigen Einsatz am Kyffhäuser die Akzeptanz gestiegen ist und man auch auf eine gesicherte Finanzierung im Rahmen des Rettungsdienstgesetzes hofft.

Für die Höhlenrettung ein wichtiges Thema ist der Nachwuchs bei den Einsatzkräften. Mit dem Ausbildungsstand und den Aktivitäten in den heimischen Gruppen waren alle Vertreter zufrieden. Allerdings konnten nicht alle über die Mitgliederzahl mit Zufriedenheit berichten: von stabil hohen Mitgliederzahlen, stetigem Wachstum bis zu sehr kleinen Gruppen zeigt sich ein gemischtes Bild, manche sehr kleine Gruppe wäre schon bei kleinen Einsätzen auf Unterstützung aus dem HRVD angewiesen. Insbesondere der sehr kleine Pool an höhlengängigen Ärzten muss dringend erweitert werden.

Der Sonntag wurde dann zur Ergebnissicherung genutzt und in den verschiedenen Bereichen wurden Arbeitsaufträge erteilt.

Im Feuchten Keller

Am vergangenen Montag waren wir abends im Feuchten Keller am Trattberg. Die Salzburger

Höhlenrettung hat diese Höhle für Führungen gepachtet.

Der Grund des 37 m Schachtes am Ende der Höhle war als Tagesziel anpeilt.

Die Höhle selbst besteht aus einer Serie unschwieriger Horizontalgänge. An geeigneter Stelle führten wir eine Grundeinweisung in Einseiltechnik durch, danach packten wir den Schacht an.

Die Abschlußbesprechung mit kleiner Brotzeit danach am Parkplatz.
Beste Grüße von Peter und Rudi

RISS 2015 – internationales Höhlenrettungstreffen

Die Spéléo Secours Suisse (Schweizer Höhlenrettung) hatte zur RISS 2015 an den Neuenburgersee eingeladen. Höhlenrettungsvertreter aus der ganzen Welt trafen sich, um sich über wichtige Aspekte und Neuerungen auszutauschen.

Die Schweizer Kollegen hatten hierfür ein umfangreiches Programm vorbereitet: Im Rahmen der Vorexkursionen konnten verschiedene Höhlen besucht und die Gegend erkundet werden.

Die eigentliche Tagung begann am dann am Donnerstag mit dem Anflug eines REGA Rettungshubschraubers. Dieser wurde ausführlich vorgestellt und auch über die neusten Entwicklungen im Bereich Blindflug berichtet. Am Nachmittag stellten Gruppen ihr Rettungsmaterial im Bereich Kommunikation und Tragentechnik vor.

Am nächsten Tag wurden die Teilnehmer mit einem Reisebus zu den Grottes de Vallorbe gebracht. Diese wunderschöne Schauhöhle bot in der sehr großen Halle am Ende des Schauteils alle Möglichkeiten, um in Workshops zu den Themen Wärmeversorgung, Immobilisation, Kommunikation und Seilbahnbau zu arbeiten. Es war interessant, Methoden und Techniken der anderen Nationen kennen zu lernen, auch wenn diese nicht etscheidend von den in Deutschland üblichen abweichen. Den Abschluss bildete ein Aperitif im Ausstellungsraum der Schauhöhle.

In der bestens geeigneten Unterkunft arbeiteten die Rettungsspezialisten in verschiedenen Workshops theoretisch an Themen wie Unfallprävention, Medizin, Seiltechnik und Organisation. Ein gemeinsames Photo, eine Verlosung von gesponsertem Material und mehrere Filme rund um Höhle und Höhlenrettung rundeten den Tag ab.

Für den Sonntag war noch ein Erfahrungsaustausch geplant, den ich nicht mehr besuchen konnte, da wir früh abreisten.

Alles in allem ein reger Erfahrungsaustausch und ein schöner Anlass die Vertreter der europäischen und teilweise auch außereuropäischen Höhlenrettung zu treffen. Vielen Dank an die Schweizer Kollegen für die hervorragende Organisation!

http://www.grottesdevallorbe.ch/deutsch.html

Wir waren wieder mal unterwegs

BERGWACHT FREILASSING; HÖHLENRETTUNG
Diesen Montag in der Adventhöhle am Saalachsee. Treffpunkt 18.00 Uhr in Mitterdelden an der Höhlenrettungsgarage. Den Hänger ankuppeln, die neuen Scurions umverteilen, und los gehts.
In Kibling am Saalachsee steigt Markus Leitner, unser höhlentauglicher Pressemann, zu. Wir sind zu sechst heute, für eine Schachthöhle eine passende, überschaubare Truppe. Nach 200 Höhenmetern Zustieg wird angeschlazt, und in tiefster Gangart geht es in die Höhle. Seile….1x20m und 3x30m, die Laschen sind schon eingebohrt, der erste baut Seile ein, dann wird ein Telefonkabel in das Schachtsystem eingebaut. Neulich hatten wir damit schon begonnen, bis die Akkus leergebohrt waren, Befestigungen für Telefonkabel dort verlegen, wo es bei Transport des Patienten nicht stört, heute gehen wir weiter in die Tiefe…..
Markus, unser Pressemann, bekommt einen Schnellkurs in Einseiltechnik…..learning by doing, genial, daß wir ihn haben. Eine zusätzliche Abseilverankerung wird eingebohrt, auch der Aufstieg geht damit schneller voran. Über zunehmend nasse Schachtpassagen geht es in die Tiefe, wenige Meter vor dem Ende der „normal“ befahrbaren Höhle ist der Akku meiner UNEO am Ende.
Das Kabel aus der Trommel, das unser Vortrupp ausgelegt hat, wird abgezwickt, die Enden abisoliert, die Leitung bleibt auf Dauer in der Höhle. Mit Lüsterklemmen wird der Telefonhöhrer angeklemmt…..
Wie im Krieg eine zerschossene Telefonleitung im Niemandsland geflickt wird, genauso stellen wir eine Verbindung her. Direkt neben uns prasselt der Wasserfall des Höhlenbaches in die Felsen, man kann sich nur schreiend unterhalten. „Achtung Sprechprobe“ und dann zweimal am Woppler des Hörers drehen……nach einigen Sekunden ertönt von unserem Außenmann ein kurzes Wuu..Wuu.. im Hörer. Man wechselt ein paar kurze Sätze, leise, aber verständlich. Der Hörer wird herumgereicht, jeder darf mal.
Der Normalbürger von der Straße wird diesen Ort nicht erreichen, egal, was man ihm auch bietet. Sollte er es dennoch bis hierher schaffen, dann kommt er alleine nicht lebend zurück. Doch unsere Telefonverbindung, sie steht, damit ist der Sinn unserer Übung erreicht.
Danach wird aufgestiegen, die Seile ausgebaut, noch einige Fotos gemacht…..
Das Leben nach 18 Uhr hat diesmal bis nach 24 Uhr gedauert, somit waren alle Wirtshäuser zu. Tja….
Wenns wieder mal was zu tun gibt, wir sind da.
Autor: Peter Hogger

Fernsehbeitrag Höhlenrettung

Passend zur neuen HRVD Website – ein neuer Fernsehbeitrag zum Thema Höhlenrettung

Dass die bayrische Bergwacht und die Höhlenrettung Baden-Württemberg prima zusammenarbeiten können, zeigt sich in dem gemeinsamen Fernsehbeitrag von Klemens Reindel und Matthias Leyk:

SWR, Planet Wissen: Höhlenretter – Hilfe in der Tiefe Am Dienstag, den 24.02.15, 13:15 – 14:15 Uhr, http://www.planet-wissen.de/sendungen/2015/02/24_hoehlenretter.jsp

Weitere Ausstrahlungstermine:

  • 24.02. 15:00 + 22:45 Uhr ARD alpha
  • 25.02. 14:15 Uhr rbb, 15:00 Uhr WDR, 16:00 Uhr einsplus
  • 26.02. 8:20 Uhr WDR

Autor: Matthias Leyk

Willkommen auf unserer neuen Website!

Wir sind umgezogen: von einer mit viel Sachverstand ausgearbeiteten HTML-basierten Webpräsenz hin zu WordPress als Plattform für eine einfachere und schneller zu wartende Lösung.

Die Inhalte finden Sie wie gewohnt über die Punkte in der obigen Menüleiste.

Neuigkeiten sind ab sofort immer auf der Startseite zu finden und können nun erstmals direkt von den Gruppen eingepflegt werden. Dazu bitte ich pro Gruppe ein oder zwei Verantwortliche(n) zu melden, soweit noch nicht geschehen.

Das Forum ist für Mitglieder der deutschen Höhlenrettungsgruppen unter der neuen Adresse www.hoehlenrettung.de/Forum zu erreichen. Eine Neuanmeldung ist über die Startseite des Forums möglich. Bitte als Benutzernamen den Klarnamen in der Form „Vorname Nachname“ wählen.

Der interne Bereich ist ebenfalls neu gestaltet und im Menü für Berechtigte erreichbar.

Für alle Fragen rund um diese Website stehe ich gerne zur Verfügung.

Viel Spaß & Glück Tief

Nils Bräunig

Weitere geprüfte Höhlenretter in Hessen

Erdbach, Lahn-Dill-Kreis. Am Pfingstwochenende 2013 stellten sich sechs Mitglieder der hessischen Höhlenrettung (HRH) zum Abschluß eines erfolgreichen Ausbildungswochenendes der Prüfung zum Höhlenretter (HRVD).

Am Sonntag Abend losten die beiden aus Bayern angereisten Prüfer drei technische und zwei medizinische Prüfungsstationen aus. Im Anschluß wurden die Prüflinge zu den Themen Aufbau- und Ablauforganisation der eigenen Gruppe und des HRVD geprüft. Der Abend klang dann gemütlich an Grill und Lagerfeuer aus.

Die für den folgenden Tag angekündigten starken Regenfälle stellten sich zum Glück nur als harmloser Dauerregen heraus. So konnten die technischen Prüfungsstationen wie geplant Übertage in einem stillgelegten Steinbruch durchgeführt werden. Dabei mußten die Teilnehmer ihr Können bezüglich der Kommunikation in Höhlen, dem Verankerungsbau und dem Aufbau und Betrieb eines Zugsystems unter Beweis stellen. Die vermeintlich leichte Aufgabenstellung, ein Zugsystem an einer Hangkante zu installieren, entpuppte sich für einige Prüflinge jedoch als Stolperstein.

Eine kleine Naturhöhle bot die idealen Umgebungsbedingungen für die Überprüfung der Kenntnisse in Erstdiagnose und Immobilisation. Wie auch im Einsatz mußten die Höhlenretter einen Patienten(darsteller) finden, die Gefahrenlage einschätzen und eine Diagnose stellen. Die Immobilisation der Halswirbelsäule und die fachgerechte Schienung eines Knöchels waren Hauptbestandteil des zweiten medizinischen Prüfungsteils.

Insgesamt zeigten die hessischen Höhlenretter, daß die noch junge Gruppe über ein gutes Ausbildungsniveau verfügt. Jedoch konnten nur vier der sechs Prüflinge ausreichend viele Prüfungsteile bestehen. Somit verfügt die HRH nun über insgesamt fünf geprüfte Höhlenretter (HRVD).

Bilder © Martin Gebert. Auf ein Vorschaubild klicken für eine größere Ansicht:

Haarscharf an umfangreichem Ernstfall vorbei

Bei einer überregionalen Ausbildung der Höhlenrettungswachen der Bergwacht Bayern im Alfelder Windloch folgte auf die Übung ein realer Einsatz.

Nur dem glücklichen Umstand, daß das Höhlenrettungsteam nach absolviertem Training noch einmal in die Höhle zurück ging, ist es zu verdanken, dass in Not geratenen Höhlenbesuchern geholfen werden konnte, bevor sich deren missliche Lage zuspitzte.

Ein Mann und eine Frau aus einer Dreiergruppe konnten aus eigener Kraft den Aufstieg aus einer engen Spalte nicht mehr bewältigen und steckten fest. Unter Zuhilfenahme von Trittschlingen, Seilzug und Steighilfen konnte die kritische Passage jedoch bewältigt werden. Sichtlich erschöpft, aber glücklich, der heiklen Situation entronnen zu sein, bedankten sich die Geretteten bei ihren Helfern nach dem Verlassen der Höhle, wo sie von einem Höhlenretter mit KID-Ausbildung betreut wurden.

Bei den Höhlenrettern herrschte die einhellige Meinung vor, dass die Situation leicht einen dramatischeren Verlauf hätte nehmen können, wenn nicht sofort eingegriffen worden wäre. So blieb es bei eher geringem Aufwand und bildete den erfolgreichen Abschluss des Trainingstages.

Autor: Karlheinz Fiebig

Bilder © Martin Gebert

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Workshop Höhlenmedizin in Wonsees

Das Treffen der AG Höhlenmedizin fand am 16.03.2013 im Saal der Marktmühle in Wonsees statt. Nach der Begrüßung durch Nils und Jogi folgte eine kurze Vorstellungsrunde der knapp 20 Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Zu Beginn besprachen wir uns über die Gestaltung und Änderungen der SOPs.

Anschließend begannen wir nach einer kurzen theoretischen Einweisung mit den ersten praktischen Übungen zur nasalen Gabe von Medikamenten mittels des MAD-Systems. Zudem erörterten wir im Höhleneinsatz wichtige Medikamente; die adäquaten Dosierungen wurden unter den anwesenden Ärzten und Sanitätern diskutiert.

Nachfolgend wurde das BIG-System vorgestellt, mit dem in Notsituationen ein intraossärer Infusionszugang (direkt in den Knochen, z. B. Schienbein) gelegt werden. Zur praktischen Übung standen zwei Demonstrationssysteme zur Verfügung, die die Teilnehmer ausgiebig betrachten konnten. Doch damit nicht genug, denn auch die praktische Anwendung der Systeme konnte geübt werden. Hierzu lagen mehrere Schweinefüße bereit, die Nils im Vorfeld bereits organsiert hatte. Diese Übung war sehr wertvoll für die Teilnehmer, da man einen derartigen Zugangsweg ja nicht „mal eben schnell“ an einem Menschen erproben kann und das System in der praktischen Anwendung ja durchaus ein paar Eigenheiten hat, die man nicht erst in einer Notsituation kennenlernen sollte.

Im weiteren Verlauf wurden unterschiedliche Verfahren zur örtlichen Betäubung vorgestellt und diskutiert.

Die Mittagspause fand dann Punkt 13 Uhr im Gasthaus der örtlichen Metzgerei statt. Hier gab es für die Teilnehmer Schaschlikspieße aus eigener Produktion und eine große Portion Pommes, genau das Richtige an einem langen, anstrengenden Arbeitstag.

Am Nachmittag erfolgten weitere Demonstrationen und praktische Übungen im Umgang mit der Beckenschlinge, Kunststoffschienen und Tapeverband. Zudem gab es ausführliche Erklärungen zum Reponieren („Wiedereinrenken“) von Gelenken in Notsituationen.

Anschließend übten wir das Anlegen von Thoraxdrainagen in Notsituationen, z. B. bei Spannungspneumothorax. Auch hierzu gab es praktische Stücke der Brustwand von Schweinen, so dass alle Teilnehmer an einem realistischen Objekt Erfahrungen im Umgang mit Skalpellen, Trokaren und Drainageschläuchen sammeln konnten.

Abschließend wurde die notfallmäßige Wundversorgung mittels Nähen demonstriert und von allen Teilnehmern an den zuvor eingeschnitten Schweine-Brustwänden geübt.

Auch viele weitere interessante und wichtige Themen wurden während des Workshop diskutiert, wie beispielsweise die Messung von Gaskonzentration in Höhlen und deren Auswirkungen und Bedeutung und die Notwendigkeit einer einheitlichen Bezeichnungsweise für Ausrüstungsgegenstände, auch zwischen verschiedenen Einsatzgruppen („Personenheizung“, „Krake“ und „Schwedenheizung“), aber auch viele weitere Themen.

Nach einem langen, bestens organisierten und sehr lehrreichen Tag räumten wir gemeinsam den Mühlensaal auf, verbrachten die mitgebrachten Ausrüstungsgegenstände, Demonstrationsobjekte und Verpflegung in unsere Fahrzeuge und traten unsere Heimreise an.

Autoren: Sebastian Neubert und Dr. med. Thomas Krohn

Alle Bilder © Nils Bräunig. Auf ein Vorschaubild klicken für größere Ansicht:

Technik- und Rettungstraining in Breitscheid

„Mein Freund ist beim klettern zu dem Geo-Cache in den Brecherschacht runter gestürzt! Er liegt jetzt da unten und kann nicht mehr aufstehen! Bitte kommen sie schnell!“
So oder so ähnlich könnte ein Hilferuf aus Erdbach/Ww klingen. Grund genug für die Freiwillige Feuerwehr Breitscheid und der Höhlenrettung Hessen/Rheinland-Pfalz sich diesem Szenario in einer gemeinsamen Übung zu stellen.

Vorweg übten die Höhlenretter im Gerätehaus gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Aufbau und Einsatzmöglichkeiten der Trage sowie des Zugsystems der HRH. Nachdem sich jeder mit der Technik vertraut machen konnte, wurde das Material der HRH auf den Gerätewagen verlastet. Begleitet von einigen Privatfahrzeugen ging es dann zum Übungsort.

Dort angekommen, machte sich zunächst ein Arzt und ein Sanitäter, beide nicht nur Höhlenretter sondern auch erfahrene Höhlen- und Altbergbauforscher, als Vortrupp auf den Weg zum Patienten. Dank des mitgeführten Telefons und der darüber übermittelten Lagemeldung folgten dann ein Rettungstrupp mit Trage und Rettungsmulde sowie ein Techniktrupp für den notwendigen Schachtausbau.

Die Rettung selbst erfolgte geländebedingt in zwei Abschnitten. Der Patient wurde in der Rettungsmulde zunächst aus dem eigentlichen Schacht auf eine Zwischenstufe und dann von dort die letzte Stufe hinaus in den sicheren Bereich gerettet. Das Zugsytem führte dabei durchgängig über zwei Umlenkungen, rückgesichert durch ein Dynamikseil direkt zum Patienten.

Alles in allem hat die Übung sehr gut und im vorgesehenen Zeitrahmen geklappt. Einziges Hindernis war die Umzäunung des Schachtes, die im wirklichen Notfall aber einfach weggeschnitten worden wäre.

Autor: Stephan Grün

Bilder © Jürgen Faust, Klaus Tuczek. Auf ein Vorschaubild klicken für größere Ansicht: