Nach einer Drückjagd am 12.12.2025 in der Nähe von Hellendorf in der Sächsischen Schweiz wird der Jagdterrier „Baldur“ vermisst. Der Hundebeseitzer konnte das Tier nach einer großflächigen Suche am Abend und auch am folgenden Morgen nicht finden. Da die Vermutung im Raum stand, dass sich der Hund in einem höhlenartigen Dachsbau unter Felsblöcken festgesetzt hatte, wurde am Vormittag des 13.12.25 die Höhlenrettung Sachsen über die Rettungsleitstelle Dresden angefordert.
Acht Höhlenretter sowie ein weiteres Mitglied der Bergwacht rückten mit dem Materialanhänger Höhlenrettung zur Einsatzstelle aus. Die Einsatzstelle lag in einem Waldhang, der eine Abbruchkante zum Tal und damit eine typischen Blocktrümmer-Landschaft darstellt.
Nach der Vorerkundung zeigte sich schnell die besondere Herausforderung: Der „Dachsbau“, vermutlich angelegt in einer sehr engen Blocktrümmerhöhle, verfügte über mindestens drei Eingänge, verbunden durch extrem enge Gänge – für die kleinen Hunde passierbar, für Menschen kaum zugänglich.
Die Hunde trugen während der Jagd spezielle Westen mit GPS-Sendern, die sie sich bei Gefahr selbst abstreifen können. Die Jagdterrier-Hündin Urda wurde zuvor durch die Abfrage des letzten GPS Signal beim Dachsbau – und ohne ihre Weste aufgefunden. Da sie in immer wieder in den Bau hinein- und aus einem anderen Gang wieder herauskam, erhärtete sich der Verdacht, dass sich ihre Weste im Inneren der Höhle befand – möglicherweise an einer Engstelle, wo sich auch Baldur befinden könnte.

Zwei Eingänge wurden vorsichtig aufgegraben und die zahlreichen, sehr engen Gänge unter Tage mit einer Endoskopkamera untersucht – zunächst ohne Ergebnis. Erst im dritten, etwas geräumigeren Eingang konnte ein leuchtender Gegenstand entdeckt werden. Um dorthin zu gelangen, mussten unter äußerst beengten Bedingungen mehrere große Felsblöcke mit Spezialwerkzeug zerkleinert und in viel Handarbeit entfernt werden. Dank des Fokus der Höhlenrettung Sachsen auf die Engstellenrettung und Gesteinsbearbeitung konnte diese harte, körperliche Arbeit zügig durchgeführt werden.
Schließlich konnten beide Jagdwesten aus einer Engstelle geborgen werden. Hinweise auf Baldur selbst fanden sich jedoch nicht. Nach rund fünf Stunden wurde der Einsatz beendet.
Die Hoffnung bleibt, dass Baldur sich selbst aus der Höhle befreien konnte und sich nun im freien Gelände aufhält.
Wir drücken die Daumen und hoffen auf eine positive Fundmeldung.
Text: Max Oswald, Thomas Pöhland
Bilder Copyright: Marko Förster, mit freundlicher Genehmigung;
Bilder Copyright: Anna Würschum, Lisa Hoffmann












