Tierrettung ohne Erfolg

Autor: Nils Bräunig    18. August 2011    © HRVD 2011

Montag, 15.8.2011

Bei Wolfsberg im Trubachtal (Lkr. Forchheim) folgten am Vormittag zwei Jagdterrier einem Dachs in einen Felsspalt aus dem sie nicht wieder hervorkamen. Am Nachmittag bat deshalb der Besitzer die Bergwacht Forchheim um Hilfe. Der Einsatzleiter zog zur Unterstützung Höhlenretter der Wache Bamberg hinzu; weitere Kräfte aus Lauf und Bayreuth hielten sich in Bereitschaft.

Nach 1,5 m Horizontalröhre zieht linkerhand eine sehr enge Kluft senkrecht in die Tiefe. Die beiden Hunden waren zwar zu hören, aber aufgrund der Enge und Entfernung nicht zu sehen.

Der jüngere Hund konnte sich im Laufe des Abends selbst befreien. Es wurde eine Kanalkamera für die Untersuchung der sehr engen Spalte organisiert. Auch damit konnte zum zweiten, älteren und gesundheitlich angeschlagenen Hund kein Kontakt aufgenommen werden.

Im Zuge der Suche nach einem alternativen Zugang konnte auf der Felsrückseite eine größere Spaltenhöhle entdeckt werden, die keinen Zugang zu dem Hund darstellt. Versuche, akustisch eine Verbindung nachzuweisen, blieben erfolglos.

Der Einsatz der Bergwacht wurde in Absprache mit der Halterfamilie abgebrochen, wobei diese in den kommenden Tagen weitere Versuche zur Rettung unternehmen möchte. Als Aufstiegshilfe für den Hund wurde noch ein alter Vorhangsstoff in die Spalte gehängt.

Mittwoch, 17.8.2011

Heute Abend waren nochmals Einsatzkräfte der BW Forchheim, Bamberg und Bayreuth vor Ort. Es wurde der gesamte Bereich nochmals untersucht und die geologischen Verhältnisse analysiert. Dabei konnte von der bergseitig gelegenen großen Spaltenhöhle aus keinerlei Verbindung zu der Kluft gefunden werden, in der sich der zweite Hund noch befindet. In den vergangenen zwei Tagen hatte der Hundebesitzer die Spalte mit schwerem Gerät soweit erweitert, dass sie bis zum Boden einsehbar ist. Der Hund befindet sich noch tiefer im Berg. Vermutlich gab es am Montag einen Kampf mit einem Dachs. Beide Tiere sind seither nicht wieder aufgetaucht. Von dem Hund war gestern Nachmittag dann nochmals deutlich zu hören, danach nicht mehr.

Da nur mit großem Gerät (Bagger und Stollenvortrieb durch massiven Fels) etwas erreichbar wäre, wurden die Rettungsbemühungen eingestellt.

Die Besitzerfamilie bedankt sich ausdrücklich bei allen beteiligten Rettungskräften!