Protokoll HRVD-Treffen 13.11.2010 (Kurzfassung)

Autor: Nils Bräunig    4. Mai 2011    © HRVD 2011

Vertreter der folgenden Gruppen trafen sich am 13.11.2010 in Wonsees zum Jahrestreffen des HRVD:
HRX, HRT, HRZ, HRN, HRG, HRH, HRS, Bergwacht Hüttenrode, SGS/FW Hemer
Der Rückblick auf Aktivitäten des vergangenen Jahres und die Aufnahme neuer Gruppenmitglieder standen im Vordergrund des diesjährigen Treffens.

Nach der Begrüßung durch den Bundesreferenten wurde gleich der erste Tagesordnungspunkt behandelt:

Anerkennung Prüfung Sachsen

F. Thieme bat nach kurzer Vorstellung der Prüfung der HRX vom 4./5. September 2010 um die Anerkennung als HRVD-Prüfung. Durch ein Missverständnis wurden nicht alle Regeln eingehalten.
Die Prüfung wird nicht anerkannt; es wird 2011 mehrere HRVD-Prüfungen geben, an denen die Sachsen teilnehmen können. Auch die Mitglieder der HRT, die bereits vor der Verabschiedung der HRVD-Prüfungsrichtlinien geprüft wurden, sollen 2011 die offizielle Prüfung ablegen.

Jahresrückblick/Gruppenberichte

Die Höhlenrettungswachen in Südbayern führten neben regelmäßigen Trainings und Höhlentouren das Modul 2 der Ausbildung zum Höhlenretter in der Bergwacht Bayern durch. Der Ausbau der neuen HR-Wachen schreitet voran. Über die Arbeit der HR-Wache München wurde ein Fernsehfilm gedreht.
Der Schacht, in den am 18.4.2010 ein Skitourengeher gestürzt war, wurde untersucht. Er führt auf über hundert Meter Tiefe. Der Skitourengeher war am Boden des ca. 30m tiefen Einstiegschachtes im Lockerschnee gelandet und vollständig verschüttet worden. Die Bergretter konnten ihn finden und direkt mittels der Winde des Hubschraubers retten. Die Rettung mittels Winde aus einem Schacht wurde von den Anwesenden überwiegend als riskant gesehen und rege diskutiert.

Im Harz läuft neben Neubeschaffungen die Planung für eine Großübung in einer Schauhöhle für 2011.

In Baden-Württemberg hatte die Malteser HR keine Einsätze. Der normale Ausbildungsbetrieb hatte dieses Jahr den Schwerpunkt „Wasserhöhle“. Die Auslieferung des neuen Einsatzfahrzeuges soll noch in diesem Jahr erfolgen.
Im Kriminalfall „Frau Böger“, der entführten Bankiersehefrau aus Heidenheim, dursuchten Hilfskräfte unter anderem auch Höhlengebiete und z.T. auch Höhlen. Die HRBW bot ihre Hilfe an, wurde aber nicht angefordert.

Von der HR Baden-Württemberg (HRBW) liegt kein Bericht vor.

Die Höhlenrettung Thüringen legte neben der Aus- und Weiterbildung der Kräfte einen Schwerpunkt auf die Beschaffung einer Höhlenrettungstrage und weiteren Materials. Es laufen Überlegungen zur Zusammenarbeit von Höhen- und Höhlenrettung in der Bergwacht Thüringen.

Die Hessische Höhlenrettung befindet sich im Aufbau und muss mit einem kleinen Kreis von Leuten auskommen. Ausbildungen laufen unter Anderem mit dem Ziel, einige Retter auf eine HRVD-Prüfung schicken zu können. Hessen richtet 2011 die nationale Höhlenrettungsübung aus.

In Sachsen kam es zu keinen Höhlenunfällen. Zwei erprobte Führungskräfte scheiden aus und C. Mothes (Leitung) und S. Fröhlich rücken nach. Es wird Material für ca. 2.000 € neu beschafft und bei der Bergwacht Sachsen soll ein festes Budget für die HRX eingerichtet werden. Es sollen Felsretter aus den Bereitschaften für die Arbeit bei der HRX gewonnen werden.

Die Höhlenretter in Nordbayern richteten das Modul 1 der Ausbildung zum Höhlenretter in der Bergwacht Bayern aus. Verschiedenen Präsentationen, Ausbildungen, eine Rettungsübung, Erweiterungen im Material, aber auch der Test von Höhlenrettungstragen für ganz Bayern waren Teil der Arbeit. Besonders interessant ist die Anschaffung einer Personenheizung.
Einsätze:

Aus Hemer (Sauerland) ist Björn Wegen (Leiter der Höhlenrettungsgruppe) angereist und berichtet über deren Werdegang:

Aktuell besteht die Gruppe aus 10 Höhlenrettern der SGS, 20 Feuerwehrmännern und 2 Notärzten. Das primäre Einsatzgebiet besteht aus Felsenmeer, Hönnetal und einem Teil des merkischen Kreis (Bergbau). Die Gruppe wird zu ca. 2 Einsätze pro Jahr im Felsenmeer (Höhlen bis -40m Tiefe) gerufen. Als Ausrüstung stehen das Standardfeuerwehrmaterial und Höhlenspezifisches zur Verfügung. Alle Höhlenretter sind Mitglied bei der SGS und bei der Feuerwehr Hemer (entweder hauptamtlich oder freiwillig).
Die Aufnahme der HR Hemer in den HRVD erfolgt einstimmig.

Björn Holm stellt die Untertagerettung der Bergwacht Hüttenrode (Harz) vor. Seit 2002 gibt es Kontakte der Grubenarchäologischen Gesellschaft (GAG) zur HR Baden-Württemberg. Aus dem SAR-Team der GAG heraus wurde die BW Bereitschaft Hüttenrode gegründet. Die Gruppe besteht zurzeit aus ca. 15 Personen. Sie veranstaltet Seminare für Altbergbaugänger und führt selbstverständlich interne Aus- und Weiterbildungen durch. Das primäre Einsatzgebiet ist die Unterstützung bei der Rettung aus dem Altbergbau. Dazu kann bei Einsätzen im Altbergbau die Gruppe einen „Fachberater Bergbau“ zur Verfügung stellen. Bei größeren Einsätzen ist eine Alarmierung anderer Gruppen über den HRVD vorgesehen.
Die Gruppe wird in den HRVD aufgenommen, sollten sich nicht die Gruppenmitglieder auf ihrem Jahrestreffen in einer Woche anders entscheiden. (Anmerkung: Die Gruppe entschied sich eine Woche später klar zur Aufnahme in den HRVD.)

Bericht VdHK Tagung

N. Bräunig stellt seinen bereits bekannten Jahresbericht, den er im Rahmen der Tagung vorgestellt hatte, vor.

Workshop und HRVD-Jahrestreffen 2011

Die Anwesenden entscheiden sich für das Thema „Engstellenrettung“ für den HRVD-Workshop 2011 (23. und 24. Juli in Gelbsreuth). Der Termin für das nächste HRVD-Jahrestreffen wird auf den 19. November 2011 festgelegt.

Koordination internationaler Einsätze

N. Bräunig stellt anhand des Großeinsatzes zur Rettung eines Höhlentauchers aus einer Wasserhöhle an der Ardeche (Südfrankreich) die Problematik vor (Abstimmungsproblematiken unter HRVD-Mitgliedern bei internationalen Einsätzen). Das Verhalten der HR Baden-Württemberg (keine Abstimmung mit anderen Gruppen, keine Information des HRVD) wird von allen Anwesenden nicht gut gefunden. An alle Gruppen/Personen ergeht die eindrückliche Bitte, bei Hilfeanfragen außerhalb des eigenen – primären – Einsatzgebietes, umgehend über den HRVD die Anderen zu informieren.
Es wird momentan keine vorgegebene Struktur für internationale Einsätze angestrebt. Schnelle gegenseitige Information wird als ausreichend angesehen. Eine Abstimmung mit offiziellen nationalen Stellen wird vorangetrieben.

Europäischer Höhlenrettungsverbund

Kontakte zu anderen Europäischen Höhlenrettungen mit dem Ziel einen Europäischen Höhlenrettungsverbund aufzubauen werden gehalten.

Status aktiv/passiv

Da die HRZ inzwischen alle Kriterien erfüllt hat wird sie in den aktiven Status gesetzt.
Die HRBW hat keine Mitgliederliste zur Verfügung gestellt und ist heute nicht anwesend. Daher keine Statusänderung.
Die beiden neu aufgenommenen Gruppen sind vorläufig im Passivstatus.

Merkzettel des HRVD für Sicherheit und Höhlenschutz

Die Anwesenden wünschen die Erstellung eines entsprechenden Papiers. Nach inhaltlicher Abstimmung wird dann eine Veröffentlichung erfolgen.

HRVD-Übung 2011

Sie wird in Hessen in Schwinde C (Breitscheid) stattfinden. Termin: 9.–11.9.2011.

HRVD-Prüfungen

Termin im Frühsommer in Thüringen. Termin folgt noch.

Sonstiges

Über die Einrichtung einer nationalen Notrufnummer „Höhlenrettung“ wurde gesprochen. Die Initiative aus Hessen aufgreifend hat N. Bräunig bereits die Konditionen für eine entsprechende Servicenummer und Möglichkeiten zur organisatorischen Umsetzung recherchiert. Es wird eine Lösung in Zusammenarbeit mit der Bergwacht Bayern angestrebt.

Protokollführer: Udo Kaiser (HRH) und Nils Bräunig (HRVD).
Für die Veröffentlichung verkürzte Version von Nils Bräunig.

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